Deutsche Public Relations Gesellschaft
Zehn Jahre ehrenamtliches Engagement im Landesvorstand
der DPRG Berlin-Brandenburg zwischen Wandel,
Verantwortung und persönlicher Begegnung
Ein Ehrenamt im Wandel der Kommunikation
Als André Puchta 2016 in den Landesvorstand der DPRG-Landesgruppe Berlin-Brandenburg kooptiert wurde, ging es zunächst um klassische Verbandsarbeit: Austausch ermöglichen, Netzwerke pflegen, fachliche Impulse setzen. 2017 wählten ihn die Mitglieder zum stellvertretenden Landesvorsitzenden. Im Januar 2020 folgte mit 96,97 Prozent der Stimmen die Wahl zum Landesvorsitzenden – wenige Wochen, bevor die COVID-19-Pandemie die Kommunikationsbranche und damit auch die Arbeit der DPRG grundlegend veränderte.
Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) ist das Netzwerk für alle, die Kommunikation leben und lieben. Als ältester und renommiertester Kommunikationsverband Deutschlands vernetzt sie seit 1958 über 2.200 PR-Profis. In der Landesgruppe Berlin-Brandenburg wurde dieser Anspruch in den vergangenen Jahren besonders deutlich: als Ort des fachlichen Diskurses, der Weiterbildung und der persönlichen Begegnung – auch unter schwierigen Rahmenbedingungen.
Der Start als Landesvorsitzender in einer gesellschaftlichen Ausnahmesituation
Der Beginn der Amtszeit von André Puchta war inhaltlich bewusst gesetzt. Beim Neujahrsempfang 2020 in der Berliner Kulturbrauerei sprach die Bürgerrechtlerin Kathrin Mahler Walther über Stereotype in der Kommunikation, über Ost-Biografien, blinde Flecken im medialen Erzählen und die Bedeutung von Perspektivenvielfalt für gesellschaftliche und organisationale Veränderung. Kurz darauf zwang die COVID-19-Pandemie den Verband, neue Wege zu gehen.
Die Landesgruppe reagierte schnell und verlagerte ihre Arbeit in den digitalen Raum. Themen wie Selbstfürsorge in Krisenzeiten, Cyber-Sicherheit im Homeoffice und der Umgang mit Verunsicherung rückten in den Mittelpunkt. Mit virtuellen Sprechstunden schuf der Vorstand niedrigschwellige Austauschformate, in denen Solo-Selbstständige, Agenturvertreterinnen und Unternehmenskommunikatoren offen über Auftragslagen, Sorgen und neue Arbeitsrealitäten sprechen konnten.
Gleichzeitig setzte die Landesgruppe Berlin-Brandenburg mit einer dezentralen Stolperstein-Putzaktion ein Zeichen des Erinnerns an die Opfer des Nationalsozialismus – bewusst still, dezentral und persönlich.
Zwischen Krise, Resilienz und neuem Dialog
Auch 2021 blieb geprägt von Unsicherheit, Lockdowns und digitalen Formaten. Der virtuelle Neujahrsempfang mit dem ehemaligen Profi-Boxer Axel Schulz und musikalischer Begleitung war ebenso Teil des Programms wie Gespräche über mentale Gesundheit, Resilienz und Zuversicht. In einem viel beachteten Talk sprach der Trauma-Experte Christian Lüdke darüber, wie Menschen in Krisen handlungsfähig bleiben können.
Weitere Veranstaltungen griffen Dauerstress, Schlafmangel und emotionale Erschöpfung im Kommunikationsalltag auf, beschäftigten sich mit Entertainment und kulturellen Codes in der Kommunikation oder beleuchteten die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Unternehmen wie trivago. Als persönliche Begegnungen wieder möglich wurden, kehrte die Landesgruppe mit einem Herbstempfang zurück in den analogen Raum und diskutierte mit Gästen wie Martin Wohlrabe über strategische Kommunikation in Ausnahmesituationen.
Rückkehr zur Begegnung und thematische Öffnung
Ab 2022 verlagerte sich der Schwerpunkt sichtbar auf Präsenzformate, ohne die digitalen Erfahrungen aufzugeben. Sommer- und Herbstempfänge boten Raum für Networking und fachlichen Austausch, etwa mit Stv. Regierungssprecher Wolfgang Büchner aus dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Gleichzeitig öffnete die Landesgruppe den Blick für Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, unter anderem bei einem Besuch des Greentech Festivals.
Methodisch wurde das Angebot erweitert durch Resilienz-Trainings und Workshops zur Gewaltfreien Kommunikation – Formate, die bewusst auf den Arbeitsalltag von Kommunikatorinnen und Kommunikatoren zielten. 2023 bestätigten die Mitglieder André Puchta mit großer Mehrheit (95,24 Prozent) als Landesvorsitzenden.
Das Programm der folgenden Monate spiegelte die inhaltliche Breite der Profession: von Employer Branding und moderner Personalgewinnung über exklusive Einblicke in Organisationen wie das Zeiss-Großplanetarium oder den Deutschen Sparkassen- und Giroverband bis hin zu Fragen des Newsroom-Prinzips, datengetriebener Kommunikation und Markenaufbau durch PR.
Ehrenamt als Raum für Haltung und Verantwortung
Mit der Einführung eines Young-Professionals-Stammtischs wurde gezielt Nachwuchsarbeit geleistet. Themen wie Oral History als kommunikatives Instrument oder digitale Meinungsforschung bei Civey zeigten, wie stark sich Kommunikation zwischen Storytelling, Technologie und gesellschaftlicher Verantwortung bewegt.
2024 rückten stärker die internen Dynamiken von Organisationen in den Fokus. Workshops zur sogenannten „No Asshole Rule“ thematisierten toxische Teamkulturen, während Deeskalationstrainings konkrete Werkzeuge für den Umgang mit Konflikten vermittelten.
Kommunikation zwischen Handwerk, Mensch und Technologie
Ergänzt wurde das Programm durch klassische Netzwerkformate und besondere Einblicke, etwa bei einer Führung über das Entwicklungsprojekt BE-U am historischen Behrensufer oder beim Besuch der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin, wo Tradition, Transformation und moderne Kommunikation zusammenkamen.
Im Jahr 2025 verband die Landesgruppe Berlin-Brandenburg aktuelle gesellschaftliche Fragen mit dem Blick nach vorn. Beim Neujahrsempfang diskutierten Gäste aus Politik und Wirtschaft über Vertrauen, Transparenz und kommunikative Verantwortung im Umfeld der Bundestagswahl.
Praxis, Nachwuchs und neue Kommunikationsrealitäten
Weitere Veranstaltungen widmeten sich dem Handwerk der guten Rede, der praktischen Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Unternehmenskommunikation bei Microsoft oder der Herausforderung, sensible Themen glaubwürdig und mutig zu kommunizieren. Auch klassische Kompetenzen wie Business-Etikette und wertschätzende Kommunikation fanden ihren Platz im Programm.
Am 24. Februar 2026 endet André Puchtas ehrenamtliche Vorstandsarbeit mit der Mitgliederversammlung und Neuwahl des Landesgruppenvorstands. Der anschließende Neujahrsempfang greift noch einmal zentrale Leitmotive seiner Amtszeit auf: Vertrauen, Glaubwürdigkeit und die Frage, wie Kommunikation in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Orientierung geben kann.
Ein geordneter Übergang und der Blick nach vorn
Nach zehn Jahren übergibt André Puchta den Staffelstab bewusst weiter. Mit ihm kandidieren auch Giovanni Bruno, Beate Kiep, Raymond Naseem und Dr. Carsten Kolbe-Weber nicht erneut für den Vorstand der Landesgruppe. Das gemeinsame Ehrenamt war geprägt von inhaltlicher Vielfalt, vom Mut zu neuen Formaten und von der Überzeugung, dass professionelle Kommunikation mehr ist als Technik oder Tools – nämlich immer auch Beziehung, Haltung und gemeinsames Lernen.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.





